Gesellschaft für Gregorianik-Forschung



 

 

 

Kaiser Karl I. der Große

Man geht heute im Allgemein davon aus, dass die gregorianischen Gesänge im Frankenreich des 8. Jahrhunderts unter Karl dem Großen (747–814) entstanden seinen. Wir gehen allerdings von einer anderen Version der Geschehnisse aus.

Im 8. Jahrhundert kamen Pippin und Karl der Große den boethianischen Gesängen auf die Spur. Kaiser Karls Bemühungen um die Vereinheitlichung und Erneuerung der Liturgie waren nichts anderes als der Versuch, das ursprüngliche machtvolle System der mystischen boethianischen Gesänge wiederzuentdecken. Plötzlich tauchten die bis dahin nicht existenten Werke des Boethius wieder auf und wurden mehrfach abgeschrieben. Karl der Große hatte allerdings nicht viel Erfolg bei der Suche nach den ursprünglichen Gesängen, da er auf vielfältigen Widerstand stieß. Alkuin beispielsweise, den er mit Untersuchungen zu Boethius beauftragte, hintertrieb teilweise Karls Absichten. Karl selber wurde bedroht, seine Kaiserkrönung im Jahr 800 ist ihm tatsächlich von Papst Leo III. aufgezwungen worden. Es war der Preis für den Verzicht seinerseits auf weitere Nachforschungen in Sachen Boethius, den er zahlen musste, da sein Leben sonst nicht mehr sicher war.

In Insiderkreisen werden die Ereignisse um Boethius mehr oder weniger bekannt gewesen sein. Das Wissen um die boethianischen Gesänge ist im Geheimen noch einige Jahrhunderte weitergetragen worden, bis es endgültig erlosch.